Leistung
Erstellung von entscheidungs- und entwicklungsorientierten Gutachten und Diagnostik für das Familiengericht
Ein familienpsychologisches Gutachten beantwortet eine gerichtliche Fragestellung eines Beweisbeschlusses im Kindschaftsrecht.
Leistung im Überblick
Ausführliche Einordnung
Ein familienpsychologisches Gutachten beantwortet eine gerichtliche Fragestellung eines Beweisbeschlusses im Kindschaftsrecht.
Die gerichtliche Fragestellung wird anhand geeigneter Variablen in Psychologische Fragen übersetzt. Um diese beantworten zu können, planen wir die notwendigen Untersuchungen und führen sie durch. Wir werten die erhobenen Informationen aus und stellen diese als Ergebnisse im Ergebnisteil des Gutachtens dar, und zwar nach Verfahren geordnet. Im Befund kombinieren wir die Ergebnisse zur Beantwortung der Psychologischen Fragen und beantworten damit die psychologisch-diagnostische Fragestellung.
Unser diagnostisches Handeln ist entscheidungsorientiert und entwicklungsorientiert. Wir richten uns beim Diagnostizieren an der Fragestellung des Auftraggebers aus, um eine Entscheidung vorzubereiten und zu unterstützen. Wir sehen aber auch die Chancen einer lösungsorientierten (unabhängig von einer expliziten Beauftragung gemäß § 163 Abs 2 FamFG) und entwicklungsorientierten (interventionsorientierten Diagnostik) Sachverständigentätigkeit, um die Eltern zur Mitarbeit und zum Einlassen auf einen Veränderungsprozess zu motivieren, indem die Situation und die Bedürfnisse des betroffenen Kindes den Eltern nahegebracht werden (Einigungsgebot – § 156 Abs 1 FamFG).
Bei der lösungsorientierten Vorgehensweise ist in jedem Fall das Beschleunigungsgebot des § 155 FamFG einzuhalten, um Rechtsschutz zu schaffen, dem kindlichen Zeitempfinden gerecht zu werden und keine irreversiblen Fakten zu schaffen. Deshalb erstellen wir Gutachten in einem Zeitraum von drei Monaten nach Beauftragung durch ein Gericht.
Wir bieten zu folgenden Bereichen die Erstellung von Sachverständigengutachten im Familienrecht an (Auswahl):
- Fragestellungen zur elterlichen Sorge bei Trennung und Scheidung
- Regelung des Umgangs des Kindes mit den Eltern
- Regelung des Umgangs des Kindes mit anderen Bezugspersonen
- Fragen zu Kindeswohlgefährdung
- Fragestellungen bei Ausfall der Eltern oder eines Elternteils
- Psychologische Fragen zur Einschätzung der Auswirkung von Risiko und Schutzbedingungen des Kindes
Gutachtenerstellung im Familiengericht
Kindeswohl-
kriterienGespräch, Beobachtung
und VerfahrenBefund und
UrteilsbildungEntscheidungs- und entwicklungsorientierte Diagnostik
Aktenanalyse
psychologische Fragen
Gespräche
Informationen einordnen
Beobachtung
Interaktion verstehen
Befund
Beurteilung und ggf. Empfehlung
Worum es gehen kann
Typische Fragestellungen betreffen die elterliche Sorge, den Umgang des Kindes mit Eltern oder anderen Bezugspersonen, Kindeswohlgefährdungen, den Ausfall eines Elternteils sowie die Auswirkungen von Risiko- und Schutzbedingungen.
Unser diagnostisches Handeln ist entscheidungsorientiert und entwicklungsorientiert.
Wir richten uns beim Diagnostizieren an der Fragestellung des Auftraggebers aus, um eine Entscheidung vorzubereiten und zu unterstützen.
Methoden im Einzelfall
Zum Einsatz kommen je nach Fragestellung Aktenanalyse, Gespräche, Verhaltens- und Interaktionsbeobachtung sowie standardisierte Verfahren.
Inhalte der Gutachtenerstellung
Auf Grundlage der rechtlichen Kindeswohlprüfung untersuchen wir die rechtlichen Kindeswohlkriterien, die Eltern und Kinder betreffen, die Grundbedürfnisse des Kindes sowie Risiko- und Schutzfaktoren des Kindes, der Eltern und der Umwelt. Zu jedem Themenbereich können aus den konsensfähigen Ergebnissen der Humanwissenschaften Fragestellungen abgeleitet werden, anhand derer ein Einzelfall analysiert und evaluiert werden kann.
Teilstandardisierte Verfahren
Die meisten Fragen können nicht von standardisierten psychologischen Verfahren beantwortet werden, sondern von teilstandardisierten Verfahren, vor allem diagnostischen Gesprächen und Verhaltensbeobachtung. Entscheidungsorientierte Gespräche werden nach den Kriterien der psychologischen Wissenschaft geplant, durchgeführt und ausgewertet. Ziel ist es, möglichst vollständig und unverzerrt die Informationen zu erheben, die für zufriedenstellende Entscheidungen nützlich sind. Bei vielen Fragestellungen ist es außerdem erforderlich, die Probanden in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Der Schwerpunkt liegt in der Regel auf der Interaktionsbeobachtung der Familienmitglieder untereinander.
Standardisierte diagnostische Verfahren
Zu den standardisierten Verfahren zählen Tests, Fragebogen und standardisierte Verhaltensbeobachtung. Im Rahmen der Methodentriangulation können die so gewonnenen Daten die Einordnung von Informationen unterstützen, sie ersetzen jedoch niemals das Gespräch. Ihr Einsatz findet mit größtmöglicher Sparsamkeit statt und wird den beteiligten Personen zuvor erläutert.
Richtlinien für die Erstellung psychologischer Gutachten
Gutachten, die nach unseren Vorschlägen erstellt sind, entsprechen den einschlägigen Richtlinien und Qualitätsstandards für psychologische Gutachten, den Empfehlungen der Arbeitsgruppe Familienrechtliche Gutachten, den Qualitätsstandards der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, den Empfehlungen der Familiensenate des Oberlandesgerichts Celle, den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, den Standards des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen sowie den Guidelines for the Assessment Process der European Association of Psychological Assessment.
Aufbau des Gutachtens
Der Beweisbeschluss wird in Psychologische Fragestellungen übersetzt. In der Untersuchung werden die erhobenen Informationen ausgewertet und im Ergebnisteil des Gutachtens dargestellt. Im Befund werden alle im Ergebnisteil des Gutachtens erhobenen Fakten aufgeführt, diskutiert und gewichtet und die Psychologischen Fragestellungen werden beantwortet.
Fachliche Grundlagen
Die Gutachtenerstellung orientiert sich unter anderem an den Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht, den inhaltlichen Anforderungen an Sachverständigengutachten in Kindschaftssachen, den Qualitätsstandards für psychologische und psychodiagnostische Gutachten, den Standards psychologischer Gutachten, den Guidelines for the Assessment Process sowie der einschlägigen Gutachtenliteratur von Westhoff und Kluck (2014), Westhoff, Terlinden-Arzt und Klüber (2000).
Im Mittelpunkt
- Elterliche Sorge und Umgang
- Kindeswohlgefährdung und Schutzbedingungen
- Entscheidungs- und entwicklungsorientierte Diagnostik
- Aktenanalyse, Gespräche und Verhaltensbeobachtung